Seit ein paar Monaten fragen mich Kunden öfter dasselbe: „Ich hab gehört, man muss jetzt auch für KI optimieren – was ist das eigentlich?“ Gute Frage. Ich hab mich das selbst gefragt, als ich gemerkt habe, dass lake-studio.de in Google AI Mode und Perplexity schlicht nicht auftaucht – obwohl das klassische SEO eigentlich stimmt.
Das Stichwort heißt GEO – Generative Engine Optimization. Klingt nach Buzzword, ist aber ein echtes technisches Problem, das ich an meiner eigenen Seite durchgearbeitet habe.
Was GEO überhaupt bedeutet
Klassisches SEO optimiert für Klicks auf blaue Links. GEO optimiert dafür, dass KI-Systeme – ChatGPT, Perplexity, Google AI Mode, Bing Copilot – dich als Quelle zitieren oder direkt empfehlen.
Der Unterschied ist nicht trivial. Ein gut rankender Blog-Post bringt Klicks, weil der Nutzer aktiv klickt. Eine KI-Antwort bringt Vertrauen, weil der Nutzer die Quelle gar nicht selbst ausgewählt hat – die Maschine hat sie für ihn bewertet.
Wer dort auftaucht, wird als Autorität wahrgenommen. Wer nicht auftaucht, existiert in der Wahrnehmung vieler Nutzer schlicht nicht mehr.
Wie KI-Systeme Inhalte bewerten
KI-Crawler lesen anders als Googlebot. Sie tokenisieren den HTML-Content, suchen nach semantisch klaren Entitäten – Personen, Orte, Leistungen – und prüfen, ob die Seite klare Antworten auf implizite Fragen liefert.
Drei Dinge entscheiden dabei am meisten:
- Strukturierte Daten (Schema.org) – Wer bist du, was machst du, wo bist du. Maschinenlesbar, nicht nur Fließtext.
- Klare Entitäten – Name, Berufsbezeichnung, Servicegebiet. Konsistent über alle Seiten hinweg.
- Q&A-Format – Inhalte, die Fragen direkt beantworten, werden eher zitiert als Marketingtexte.
Was ich konkret gemacht habe
Ich hab meine eigene Seite durchleuchtet und drei Baustellen gefunden.
Alt-Texte fehlten fast überall
19 von 25 Bildern hatten keinen Alt-Text – darunter alle Referenz-Screenshots und Kundenstimmen-Portraits. KI-Crawler können Bilder ohne Alt-Text nicht interpretieren. Das heißt: sieben Kundenstimmen, achtzehn Referenz-Projekte – für die Maschine unsichtbar.
Fix: Alt-Texte in der WordPress-Mediathek nachgetragen. Nicht „Bild 1″, sondern beschreibend: „WordPress-Website Dr. Eva Steinbrecher – Dermatologie München“. Das kostet eine Stunde, bringt aber sofort mehr semantischen Kontext auf jeder Seite, auf der das Bild auftaucht.
Person-Schema fehlte
Ich hatte ein ProfessionalService-Schema für Lake Studio, aber keine eigene Person-Entität für Markus Bäck. KI-Systeme – besonders bei Fragen wie „Welcher WordPress Freelancer in München hat 15+ Jahre Erfahrung?“ – brauchen eine klare Person-Entität mit @id, jobTitle, knowsAbout und sameAs.
Das founder-Objekt im ProfessionalService-Schema habe ich zu einer vollständigen Person-Entität mit eigenem @id: #markus-baeck ausgebaut. Dazu einen employee-Verweis zurück auf dieselbe Entität – damit Business und Person sauber verknüpft sind.
Blog-Posts hatten kein Article-Schema
Die Blog-Posts sind inhaltlich meine stärksten Seiten – technische Tutorials zu WordPress, WooCommerce, Security. Aber ohne Article-Schema kein maschinenlesbarer Hinweis, dass es sich um zitierfähige Fachbeiträge handelt.
Ich hab mich dabei für TechArticle statt dem generischen Article entschieden – höhere semantische Präzision für technische Inhalte. Der Hook landet in wp_head, läuft nur auf Einzelbeiträgen (is_single()), und verknüpft author und publisher über @id-Referenzen mit den bereits bestehenden Entitäten. Kein doppelter Daten-Output, nur Verweise.
Yoasts eigenes Article-Schema hab ich dabei unterdrückt – zwei konkurrierende Article-Schemas mit derselben @id sind schlimmer als gar keines.
Was das bringt – und was nicht
GEO ist kein Knopf, den man drückt und sofort taucht man in ChatGPT auf. Ich hab nach den Änderungen in Perplexity getestet: „Wer ist ein WordPress Freelancer in München?“ – lake-studio.de war noch nicht dabei. Das überrascht mich nicht. Schema-Änderungen brauchen Zeit bis KI-Crawler die Seite neu indexieren.
Was ich aber sehe: Der Rich Results Test zeigt jetzt ein vollständiges, valides Schema-Bild. Keine Duplikate, keine Dummy-Personen, saubere Entitäts-Verlinkung. Das ist die Grundlage – nicht die Garantie.
Wenn ich ehrlich bin: GEO-Messung ist noch unreif. Die meisten Tools, die das versprechen zu messen, existieren seit sechs Monaten. Der pragmatischste Ansatz ist immer noch, selbst in ChatGPT und Perplexity zu testen.
Was du mitnehmen kannst
Du brauchst kein spezielles GEO-Plugin. Du brauchst:
- Vollständige Alt-Texte auf allen Bildern
- Ein
Person– oderLocalBusiness-Schema mit echten Daten - Strukturierte Q&A-Inhalte – FAQ-Blöcke funktionieren gut
- Konsistente Entitäten: derselbe Name, dieselbe Berufsbezeichnung, überall
Das meiste davon ist klassisches technisches SEO, konsequent umgesetzt. GEO ist kein neues Spiel – es ist dasselbe Spiel, nur strenger.